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Kategorie: Pflanzen

Einkaufstour

Einkaufstour

Von diversen Geburtstagen hatte ich noch Gutscheine, daher startete ich im Frühjahr mit meiner Einkaufstour, dabei ist mir sehr klar der Unterschied der Pflanzen zwischen Gartencentern, Baumärkte oder Staudengärtnerein aufgefallen.

Erstens sind die Pflanzen in den Gartencentern und Baumärkten nicht immer eindeutig beschriftet. Man findet deutsche „Phantasienamen“ und der lateinische Name ist nicht vollständig, d. h. man kauft vielfach „die Katze im Sack“. Zweitens ist das Verhältnis Pflanze zu Wurzel immer zu Gunsten der oberirdischen Pflanze, auch ein Zeichen von starker Düngung. Die Preise waren auch immer höher als in der Staudengärtnerei.

In der Staudengärtnerei (ich war bei Augustin in Effeltrich) sind die Pflanztische nach Lagen, d. h. sonnig, halbschattig oder Bodenbeschaffenheit sortiert, die Pflanzen immer lateinisch klar beschriftet. Das Verhältnis Pflanze zu Wurzel ist immer zugunsten der Wurzel.

Alle gekauften Pflanzen habe ich gleich gewässert und eingepflanzt. Bei den Pflanzen aus dem Baumarkt oder Gartencenter kam es zu einem schnellen oberirdischen Wachstumsschub, einige sind  mir dann auch schnell eingegangen, weil die Wurzel, gerade bei der diesjährigen Trockenheit, nicht schnell genug nachkam. Ausserdem habe ich einige Überraschung in Farbe oder Wuchshöhe erlebt. Die Pflanzen aus der Staudengärtnerei sind alle angegangen und wurde langsam grösser, hatten stabile Blüten und haben den Sommer gut überstanden.

Mein Fazit: ich würde, und habe dies auch im Herbst getan, einer Staudengärtnerei den Vorzug geben. Insbesondere wenn Ihr viel anpflanzen müsst und es entsprechend ins Geld geht. Ihr spart einige Cent oder Euro pro Pflanze (oft gibt es auch Mengenrabatt) und die Pflanzen gehen besser an.

Was ist Eure Erfahrung?

Alchemilla mollis – Frauenmantel aus der Staudengärtnerei
Der Schnitt – einer für alle?

Der Schnitt – einer für alle?

Jetzt ist die Zeit um die Pflanzen im Garten zu schneiden. Die Frage ist immer, wie viel schneide ich und welche Art Schnitt verträgt die Pflanze. Mir kommen fast die Tränen, wenn ich sehe, dass Gehölze mit der elektrischen Heckenschere oder besser noch mit der Kettensäge bearbeitet werden. Wir nennen das immer den „Hausmeister-Schnitt“, dabei wird die Pflanze einfach nur gekürzt oder in irgendwelche Formen geschnitten. Das Schlimmste was mir je passiert ist, dass ein solcher Hausmeisterservice mit der elektrischen Heckenschere meinen schönen Bambus in ein kugeliges Etwas verwandelt hat!

Aber wie macht man es denn jetzt richtig? Ich gebe Euch einige Beispiele, wie ich an die Gehölze ran gehe, dabei gehe ich mutig ans Werk, wie schon mein Vater mir beigebracht hat.

Die Felsenbirne Amelachier lamarckii soll ein Schirm als Krone bilden, deshalb habe ich ihr dieses Jahr alle dünnen Triebe unten abgeschnitten und habe bis zu einer Höhe von ca. 1 m alle kleinere seitlichen Triebe entfernt. Ich hoffe, dass dann die Haupttriebe kräftiger werden und sie in die Höhe wächst. Daneben stehen auch Felsenbirnen, aber die Sorte Amelanchier Ovalis, diese wächst buschig, sodass ich sie dieses Jahr nicht schneide. Erst, wenn es zu dicht wird und der Busch nicht richtig ausschlägt, nehme ich Triebe im Inneren weg, damit er mehr Luft bekommt. Ihr seht, zwar eine Art, aber zwei Herangehensweisen. 

Dann zu den  Haselnusssträucher, ich habe eine grünen und eine rote Sorte. Der grüne Strauch wächst ganz kompakt und langsam, den lass ich in Ruhe und schneide gar nicht, damit er keine Wassertriebe bildet. Der rote hingegen hat dieses Jahr (trotz Trockenheit) extreme Wassertriebe gebildet. Hier werde ich die gerade gewachsenen Triebe komplett kürzen und die seitlichen nur einkürzen. Ich hoffe, dass ich ihn nicht wieder motiviere so auszutreiben.

Beim Sommerflieder Buddleja x weyeriana ‚Flower Shower‘  schneide ich im Herbst das obere Drittel mit den Blüten raus und im Frühjahr nach dem Frost, schneide ich noch mal, dann aber kräftig runter bis auf ca. 50 cm. Bisher sind die beiden Sträucher immer toll wieder ausgetrieben und hatten ganz viele Blüten. Man muss nur wirklich aufpassen, dass man im Frühjahr den Zeitpunkt richtig erwischt, denn wenn er nach dem starken Rückschnitt noch Frost bekommt, kann das zum Totalausfall führen.

Die Rosen sind auch ganz starke Individualisten beim Schnitt. Je nachdem, ob es sich um Edelrosen, Beetrosen oder Kletterrosen handelt, immer ist eine andere Art Schnitt notwendig. Ich kann jedem Rosenliebhaber nur empfehlen mal einen Kurs zu machen, denn ich finde, die ganzen Zeichnungen in den Zeitschriften und Büchern sehen nie so aus, wie meine Rosen in Natura.

Aber ich finde, dass der Obstbaumschnitt die Krönung ist. Was man dort alles beachten muss, damit man nicht aus Versehen die Äste abschneidet, die Früchte ansetzen, beeindruckt mich immer wieder. Auch muss man die Fruchtwaage beachten, damit die Früchte quasi unten am Ast hängen. Hier gibt es tolle Kurse bei Kleingartenvereinen oder auch direkt bei Baumschulen. Bei Interesse einfach mal googeln, das Angebot ist recht gross. Ich bin hier keine Hilfe, besitze nur eine Quitte und die sieht mit noch ok aus.

Also, Ihr seht,  „einer für alle“ gilt beim Pflanzenschnitt ganz bestimmt nicht. Im Frühjahr berichte ich über meine Schnittaktion bei Stauden. 

Herbstzeit ist Zwiebelzeit

Herbstzeit ist Zwiebelzeit

Trotz des derzeit Spätherbstlichen Wetters mit Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad habe ich angefangen, die Blumenzwiebeln zu setzen. Nachdem ich schon rund 100 „verbuddelt“ hatte, habe ich mir mal die Anleitung angeschaut und dort stand, dass Narzissen 20 cm tief vergraben werden sollten. Das ist doch mindestens ein Spaten tief. Gleichzeitig liesst man überall, dass man die Zwiebel zweimal so tief pflanzen soll, wie die Zwiebel hoch ist. Das konnte bei meinen Zwiebeln nie und nimmer 20 cm sein. Also habe ich die Anleitung ignoriert und weiter nach Gefühl gebuddelt.

Kleinere Zwiebeln, wie Winterlinge oder Ranunkeln setzte ich gerne mit einer Einpflanzhilfe, mit der man auch Reihen für die Aussaat ziehen kann. Scheint aber bei Gardena nicht mehr im Programm zu sein. Auf jeden Fall piekse ich damit wahllos im Beet rum, lass die kleinen Zwiebeln in die Löcher fallen und drücke sie wieder zu. Geht ganz schnell.

Bei den größeren Zwiebeln grabe ich mit der Pflanzkelle ein Loch und dann lege ich die Zwiebel dort rein. Vorher mische ich die Zwiebeln, damit es ein buntes Bild an unterschiedlichen Arten gibt. Die Farbe passe ich an die Stauden des jeweiligen Beetes an. Wenn man eine freie Fläche hat, kann man die Zwiebeln mischen und einfach auf die Fläche werfen, dort wo sie landen, werden sie vergraben. Das geht leider bei mir nicht, weil ich sie zwischen den Stauden nicht mehr wiederfinden würde.

Wenn man allerdings geometrische Formen legen will, muss man schon den Verlauf planen und die Zwiebeln ordentlich legen. Habe solche Muster mal von Krokussen im Rasen gesehen, aber das ist nichts für mich. Ich freue mich immer im Frühjahr, wenn überraschend irgendwo ein Blütenkopf erscheint.

Dürre in Deutschland 2018

Dürre in Deutschland 2018

Der Sommer 2018 war nicht nur in Franken viel zu trocken. Wir hatten seit Ostern keinen nennenswerten Niederschlag mehr. Ich musste daher meinen Vorsatz aufgeben, dass ich nur in Notfällen wässere, denn der Notfall war zur Regel geworden. Warum soll man die Pflanzen denn erstmal leiden lassen? Damit sie tiefe Wurzeln entwickeln, dies ist besonders bei Gehölzen wichtig. Wenn sie keine Not haben, bleiben die Wurzeln an der Oberfläche und die Pflanzen werden anfällig. Da mein ganzer Garten in 2017 und 2018 erst angelegt wurde (und noch wird), musste ich mir etwas einfallen lassen.Wie habe ich also meine Pflanzen gepflegt? 

Ich habe den Garten in 4 Teile aufgeteilt und habe jeden Abend nur einen Teil gegossen. Ich habe einen alten Gardena Flächenregner Boogie und da habe ich das Wasser ganz klein gestellt, sodass es nur auf den Boden lief, immer 15 Minuten an einem Gehölz und den angrenzenden Stauden. Durch die langsame Wasserzufuhr, konnte das Wasser schön einsickern und hielt die Pflanzen wieder für 4 – 5 Tage fit. Am nächsten Abend dann der nächste Abschnitt usw. Nächstes Jahr will ich Tropfschläuche verlegen, obwohl ich etwas skeptisch bin, ob sich die kleinen Löcher nicht so schnell zusetzen. Aber jetzt freue ich mich erstmal, dass die Pflanzen überlegt haben und hoffe, auf etwas mehr Regen im Herbst und Winter.

Frühling in meinem Garten

Frühling in meinem Garten

Wer hätte es gedacht, dass nach dem späten Kälteinbruch Ende Februar, der Frühling so heftig Einzug hält. Na ja, von Frühling kann man bei Temperaturen über 20 Grad eigentlich gar nicht mehr reden.

Aufgrund unseres Umzuges in 2017 hatte ich gebangt, ob denn meine Gehölze und die unzähligen Stauden das überstanden hatten, als dann die ersten im Februar austrieben und dann noch mal der starke Frost ohne Schnee kam, dachte ich, das war es! Die ganze Arbeit umsonst, das werden die Pflanzen nicht überleben.

Aber die Natur ist immer für eine Überraschung gut, schaut meine wunderschön blühende Quitte an, so blüht hier momentan alles. Freue mich sehr und genieße die Stunden im Garten und hoffe, dass auch bei Euch alles schön gedeiht.