2016 – 2018

2016 – 2018

2016: Wie alles begann

Wir hatten im Jahr 2016 die Chance bekommen, ein altes Haus mit einem relativ grossen Grundstück zu kaufen. Mein Gärtnerherz hat natürlich sofort „Ja“ gerufen und nach 5 Tage Bedenkzeit haben wir uns in das Abenteuer gestützt und haben das Haus gekauft. Die Dinge, die alle bei der Renovierung passiert sind, möchte ich hier lieber unerwähnt lassen, sonst kauf niemand mehr ein gebrauchtes Haus. Aber so ist es halt, man weiss nie, was hinter der nächsten Wand so alles an Überraschungen lauert.

Jetzt aber zum Garten: Die Anlage des Garten stammte aus den 70 bis 80ziger Jahren und bestand zum Größtenteils auf riesigen Koniferen. Ein bisschen Wiese und ein paar Staudenbeete, grösstenteils mit Unkraut überwuchert. Nun wollte ich natürlich möglichst viel erhalten und nur einige meiner Pflanzen aus meinem vorherigen Garten umziehen. Aber wie beim Haus, kam es auch beim Garten ganz anders. Unser GaLa Bauer in Möhrendorf hat mit mir den Garten inspiziert und meinte nur, dass alle Koniferen „ausgewachsen“ sind, d. h. Sie waren innen total hohl bzw. braun, damit konnte man sie auch nicht mehr in Form schneiden. Die Buchbäume waren alle befallen und ebenfalls braun, einzige Ausnahme bildeten die Eiben, die einen Rückschnitt nicht übel nehmen. Zeitgleich wollten die Nachmieter in unserem vorherigen Haus nichts von unseren Pflanzen haben, damit war meine Entscheidung recht schnell getroffen, die alten Koniferen raus und meinen ganzen Pflanzen umziehen.

Nach der Fällaktion sah der Garten natürlich schrecklich aus, die Eiben waren nur noch ein Gerippe ohne grün. Ich atmete tief durch und sagte mir, das wird schon und es wurde.

Frühjahr 2017: Umzug der Gehölze und Pflanzen

Im Frühjahr 2017 war es soweit, die Gehölze aus meinem Garten zogen um.

Mit Hilfe unseres Gärtners Alessandro Alfano zogen wir 25 (!) Gehölze um, darunter Felsenbirnen (Amelanchier Lamarckii), Zaubernuss (Hamamelis intermedia ‚Arnold Promise‘), Kornelkirsche (Cornus mal), Hortsensien usw. Auch eine Quitte (Cyndonia) zog mit um, in einem früheren Beitrag könnt Ihr sehen, wie schön sie angegangen ist. Und wirklich, bis auf eine kleine Rispenhortensie (Hydrangea paniculata ‚Little Limelight‘) ging alles wunderschön an. Die Arbeit hat sich gelohnt, Insekten und Vögel fanden die neuen Bewohner des Gartens toll.

Blühende Sträucher nach dem Umzug

Herbst 2017: Umzug 2

Nun kam der Herbst 2017 und mit der Hilfe von Freunden ging es an den Umzug der Stauden und Rosen. Alleine 100 Elfenblumen (Epimedium sulphureum) mussten umgepflanzt werden. Insgesamt haben wir ca. 350 Stauden umgezogen. Auch hierbei gab es nur 4 Ausfälle, obwohl wir die Rosen und ca. 50 Stauden erstmal in ein Zwischenbeet eng zusammen setzten mussten. In 2018 haben trotz der Dürre alle geblüht und teilweise schöner als im alten Garten. Der Boden ist wohl sehr gut und hat den Pflanzen gute Nahrung geboten.

Das Zwischenlager für Stauden

Nach diesem Kraftakt war ich sehr froh, dass endlich der Winter kam und ich mit der Planung des restlichen Gartens auf der Couch sitzend beginnen konnte.

Winter 2017/2018: Gartenplanung

Der Winter zog ein und ich hatte es mir am Schreibtisch gemütlich gemacht um den Garten jetzt erstmal in Ruhe weiter zu entwickeln. Die Beete auf der rechten und hinteren Seite waren jetzt erstmal mit den bestehenden Pflanzen gefüllt. Dabei hatte ich vorne links die Pflanzen von der Nordseite, d. h. Epimedium und Hydrangeas, sowie die Schneebälle gepflanzt, da dort der meiste Schatten war. Auch die Farbe war einheitlich weiss blühend.

Nach den Eiben ging es mit der Farbe rosa/pink/lila weiter, hier hauptsächlich die Geranium Arten und alle rosa blühenden Gehölze.

Hinten habe ich die weiss und gelb blühenden Gehölze, wie Hamamelis und Amalanchier gesetzt, unterpflanzt mit weissen Geranium.

Bei den Farben ist es ganz wichtig, dass man die leuchtenden wie weiss und gelb hinten in den Garten oder in den Schatten setzen kann, denn sie werden auch aus der Entfernung, z. B. von der Hausterrasse gut wahrgenommen. Dunkle Töne, wie rot oder lila, lieber in die Nähe setzen, die gehen sonst unter.

Dies war nun erstmal das grobe Konzept für die erste Pflanzaktion. Jetzt blieben mir aber noch etliche Quadrameter über. Erstmal habe ich die Terrasse gezeichnet, dabei wollte ich altersgerechte schon mal eine Rampe einbauen, das haben wir haben später aber wieder verworfen, der Platzbedarf dafür war einfach zu hoch. Auch wollte ich Treppenabgänge links und rechts haben, auch das haben wir zugunsten einer etwas attraktiveren Mitteltreppe wieder geändert. Wie Ihr seht, sind Planungen am Schreibtisch immer erst der Anfang bei mir. Diese Entwürfe werden dann vor Ort immer mal wieder überprüft, wenn sich z. B. Die baulichen Möglichkeiten anders darstellen.

Im mittleren Teil des Gartens wollte ich einen Präriegarten anlegen, denn dort ist es immer sonnig und aufgrund unseres sandigen Bodens auch sehr trocken. Gerne wollte ich auch einen kleinen Wasserlauf einbauen, aber die hohe Verdunstung hielt mich davon ab. Meine Idee für diesen Präriegarten habe ich aus dem Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim http://www.sichtungsgarten-hermannshof.de/index-2.html . Da der Winter doch aufgrund der vielen Arbeit im Haus einfach zu kurz war, musste ich dieses Projekt noch mal zurückstellen. Wichtig war erstmal die Terrasse, die sah nämlich noch so aus:

 

Sommer 2018: Die Terrasse

Nach einigen Beratungen mit meinem GaLa Bauer des Vertrauens, Alessandro Alfano, begann dann der Bau und die Gestaltung des Weges links vom Seiteneingang bis zur hinteren Terrasse. Wir haben uns für die Steine aus unserem alten Garten (die wir auch umgezogen hatten) entschieden. Diese hat er in einem schönen Muster verlegt. Der Nebeneingang und Weg war notwendig, weil dort der Öltank liegt und auch beliefert werden muss. Ich habe dann die Notwendigkeit zur Gestaltung genutzt und am Eingang den Rosenbogen mit Tür (auch umgezogen vom alten Garten) in Reihe mit 2 weiteren gestellt, quasi als Sichtachse. Ich hoffe, das sieht in Zukunft schön aus, wenn alle 3 bewachsen sind. Wir haben uns auch entschlossen eine kleine Mauer aus Muschelkalk zu setzen, da traditionell hier in unserer Gegend die Häuser mit Mauern aus Sandstein eingefasst sind. Der Sandstein schied leider aus Kostengründen aus.

Dann ging es an die Terrasse, die wir auf Niveau des Wohnzimmers angehoben haben, einfach um im Alter barrierefrei auf die Terrasse zu kommen. Auch die wurde in Muschelkalk eingefasst. Der Belag ist ein farblich passender Betonstein. Das konnten wir im Juli 2018 realisieren. Nun blieben nach Anlage des Weges zwei Beete über, die ich statt mit Kies zu befüllen als Kräuterbeete anlegt habe. Dort habe ich im Oktober 2018 alles reingepflanzt, was Mücken hassen, ich berichte dann im nächsten Jahr, ob ich damit Erfolg hatte.

Die neue Terrasse

 

Herbst 2018: Neue Bewohner

Natürlich war auch bei mir die Herbstzeit – Pflanzzeit. Im Oktober war es zwar noch nicht richtig kalt, aber trotzdem mussten die Pflanzen in Erde. Entweder noch umziehen von dem Mittelbeet oder wirklich noch neue Pflanzen, weil die Beeten nicht voll waren.

Als erstes habe ich mit 100 Elfenblumen (Epimedium Sulphureum und Rubrum) das Beet links vorne gefüllt, sowie zwei Hortensien gepflanzt. Mir war die Rispenhortensie Hydrangea pan. ‚Little Limelight’ eingegangen, dafür habe ich eine Rispenhortensie Hydrangea pan. ‚Polar Bear’ gekauft. Dann gab es noch eine Lücke und dort habe ich eine Eichenblatthortensie Hydrangea quercifolia ‚Applause’gesetzt, weil sie neben einer tollen Blüte, wunderschöne Blätter hat, die auch noch eine rote Herbstfärbung bekommen.

Wenn man links vom Haus durch das Rosenbogentor schaut, fehlte mir noch ein Hingucker-Gehölz. Also wieder mal die Gartenhefte gewälzt und eigentlich wollte ich einen Pagodenhartriegel oder Blumenhartriegel kaufen. In der Baumschule war ich aber sehr unentschlossen, die Gehölze sahen nach dem trockenen Sommer einfach fertig aus. Außerdem bekommen beide zwar tolle Blüten im Frühjahr, aber verlieren im Herbst einfach nur die Blätter. Der Baumschul-Besitzer zeigte mir dann einen Eisenholzbaum Parrotia persica ‚Felicie‘ und alle Bäume dieser Sorte sahen toll aus und das Laub begann sich schon in gelb und rot zu färben. Er meinte auch, dass diese Gehölze vollkommen unempfindlich bei Trockenheit und Kälte sind. Auschlaggebend war dann auch für mich, dass ich den Baum schneiden kann, denn er steht direkt an der Terrasse und dann möchte ich ihn auch begrenzen können. Also zog er bei mir ein.

Dann waren die Terrassenbeete noch leer und dort habe ich alles angepflanzt was Mücken angeblich nicht mögen:                                                                                                 Lavendel Lavendula in weiss und lila                                                                      Heiligenkraut Santolina chamaecyprissus, die Blätter sind Silbern und die Blüte gelb Gamander Teucrium x lucidrys, die Blätter sind dunkelgrün glänzend, die Blüte lila

Ich habe noch meine Hauswurz Sempervivum rund um die Kanten gepflanzt und einige Frühjahrsblüher gesetzt, damit es im zeitigen Frühjahr auch schon schön aussieht. Dazwischen kommen nächstes Jahr im späten Frühjahr noch ein paar Küchenkräuter.

Als letzte Arbeiten vor dem Winter haben ich die Rosen ebenfalls an die Terrasse gesetzt, die Kletterrosen an die Rosenbögen gepflanzt und jede Menge Blumenzwiebeln im Garten gesetzt. Einige Sträucher geschnitten und die hoffentlich letzten Unkräuter „geerntet“. Jetzt darf die Winterpause beginnen. Langsam wird es auch kalt und ich kann wieder ohne schlechtes Gewissen im Sessel sitzen und mich mit der Pflanzplanung für das Präriebeet beschäftigen.