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Schlagwort: Gehölze

Der Schnitt – einer für alle?

Der Schnitt – einer für alle?

Jetzt ist die Zeit um die Pflanzen im Garten zu schneiden. Die Frage ist immer, wie viel schneide ich und welche Art Schnitt verträgt die Pflanze. Mir kommen fast die Tränen, wenn ich sehe, dass Gehölze mit der elektrischen Heckenschere oder besser noch mit der Kettensäge bearbeitet werden. Wir nennen das immer den „Hausmeister-Schnitt“, dabei wird die Pflanze einfach nur gekürzt oder in irgendwelche Formen geschnitten. Das Schlimmste was mir je passiert ist, dass ein solcher Hausmeisterservice mit der elektrischen Heckenschere meinen schönen Bambus in ein kugeliges Etwas verwandelt hat!

Aber wie macht man es denn jetzt richtig? Ich gebe Euch einige Beispiele, wie ich an die Gehölze ran gehe, dabei gehe ich mutig ans Werk, wie schon mein Vater mir beigebracht hat.

Die Felsenbirne Amelachier lamarckii soll ein Schirm als Krone bilden, deshalb habe ich ihr dieses Jahr alle dünnen Triebe unten abgeschnitten und habe bis zu einer Höhe von ca. 1 m alle kleinere seitlichen Triebe entfernt. Ich hoffe, dass dann die Haupttriebe kräftiger werden und sie in die Höhe wächst. Daneben stehen auch Felsenbirnen, aber die Sorte Amelanchier Ovalis, diese wächst buschig, sodass ich sie dieses Jahr nicht schneide. Erst, wenn es zu dicht wird und der Busch nicht richtig ausschlägt, nehme ich Triebe im Inneren weg, damit er mehr Luft bekommt. Ihr seht, zwar eine Art, aber zwei Herangehensweisen. 

Dann zu den  Haselnusssträucher, ich habe eine grünen und eine rote Sorte. Der grüne Strauch wächst ganz kompakt und langsam, den lass ich in Ruhe und schneide gar nicht, damit er keine Wassertriebe bildet. Der rote hingegen hat dieses Jahr (trotz Trockenheit) extreme Wassertriebe gebildet. Hier werde ich die gerade gewachsenen Triebe komplett kürzen und die seitlichen nur einkürzen. Ich hoffe, dass ich ihn nicht wieder motiviere so auszutreiben.

Beim Sommerflieder Buddleja x weyeriana ‚Flower Shower‘  schneide ich im Herbst das obere Drittel mit den Blüten raus und im Frühjahr nach dem Frost, schneide ich noch mal, dann aber kräftig runter bis auf ca. 50 cm. Bisher sind die beiden Sträucher immer toll wieder ausgetrieben und hatten ganz viele Blüten. Man muss nur wirklich aufpassen, dass man im Frühjahr den Zeitpunkt richtig erwischt, denn wenn er nach dem starken Rückschnitt noch Frost bekommt, kann das zum Totalausfall führen.

Die Rosen sind auch ganz starke Individualisten beim Schnitt. Je nachdem, ob es sich um Edelrosen, Beetrosen oder Kletterrosen handelt, immer ist eine andere Art Schnitt notwendig. Ich kann jedem Rosenliebhaber nur empfehlen mal einen Kurs zu machen, denn ich finde, die ganzen Zeichnungen in den Zeitschriften und Büchern sehen nie so aus, wie meine Rosen in Natura.

Aber ich finde, dass der Obstbaumschnitt die Krönung ist. Was man dort alles beachten muss, damit man nicht aus Versehen die Äste abschneidet, die Früchte ansetzen, beeindruckt mich immer wieder. Auch muss man die Fruchtwaage beachten, damit die Früchte quasi unten am Ast hängen. Hier gibt es tolle Kurse bei Kleingartenvereinen oder auch direkt bei Baumschulen. Bei Interesse einfach mal googeln, das Angebot ist recht gross. Ich bin hier keine Hilfe, besitze nur eine Quitte und die sieht mit noch ok aus.

Also, Ihr seht,  „einer für alle“ gilt beim Pflanzenschnitt ganz bestimmt nicht. Im Frühjahr berichte ich über meine Schnittaktion bei Stauden. 

Gartenprojekt 2024 – Folge 2

Gartenprojekt 2024 – Folge 2

Umzug der Gehölze und Pflanzen

Im Frühjahr 2017 war es soweit, die Gehölze aus meinem Garten zogen um.

Mit Hilfe unseres Gärtners Alessandro Alfano zogen wir 25 (!) Gehölze um, darunter Felsenbirnen (Amelanchier Lamarckii), Zaubernuss (Hamamelis intermedia ‚Arnold Promise‘), Kornelkirsche (Cornus mal), Hortsensien usw. Auch eine Quitte (Cyndonia) zog mit um, in einem früheren Beitrag könnt Ihr sehen, wie schön sie angegangen ist. Und wirklich, bis auf eine kleine Rispenhortensie (Hydrangea paniculata ‚Little Limelight‘) ging alles wunderschön an. Die Arbeit hat sich gelohnt, Insekten und Vögel fanden die neuen Bewohner des Gartens toll.

Blühende Sträucher nach dem Umzug

Nun kam der Herbst 2017 und mit der Hilfe von Freunden ging es an den Umzug der Stauden und Rosen. Alleine 100 Elfenblumen (Epimedium sulphureum) mussten umgepflanzt werden. Insgesamt haben wir ca. 350 Stauden umgezogen. Auch hierbei gab es nur 4 Ausfälle, obwohl wir die Rosen und ca. 50 Stauden erstmal in ein Zwischenbeet eng zusammen setzten mussten. In 2018 haben trotz der Dürre alle geblüht und teilweise schöner als im alten Garten. Der Boden ist wohl sehr gut und hat den Pflanzen gute Nahrung geboten.

Das Zwischenlager für Stauden

Nach diesem Kraftakt war ich sehr froh, dass endlich der Winter kam und ich mit der Planung des restlichen Gartens auf der Couch sitzend beginnen konnte. Davon mehr in Folge 3.

Frühling in meinem Garten

Frühling in meinem Garten

Wer hätte es gedacht, dass nach dem späten Kälteinbruch Ende Februar, der Frühling so heftig Einzug hält. Na ja, von Frühling kann man bei Temperaturen über 20 Grad eigentlich gar nicht mehr reden.

Aufgrund unseres Umzuges in 2017 hatte ich gebangt, ob denn meine Gehölze und die unzähligen Stauden das überstanden hatten, als dann die ersten im Februar austrieben und dann noch mal der starke Frost ohne Schnee kam, dachte ich, das war es! Die ganze Arbeit umsonst, das werden die Pflanzen nicht überleben.

Aber die Natur ist immer für eine Überraschung gut, schaut meine wunderschön blühende Quitte an, so blüht hier momentan alles. Freue mich sehr und genieße die Stunden im Garten und hoffe, dass auch bei Euch alles schön gedeiht.