• Gartenreisen und -events,  Kategorien

    Landesgartenschau Ingolstadt 2020/2021

    Die Covid 19 Situation hat es zugelassen, dass ich am 30.06.2021 die LGS in Ingolstadt besuchen konnte. Leider bot auch diese Gartenschau nur das altbekannte Konzept der letzten Jahre. Es gab

    • die Blumenhalle, wieder mit schönen Installationen der Floristiker
    • Partnergärten mit chinesischem Garten und einer Installation der russischen Partnerstadt
    • Gärten der Privaten Organisationen, Konzept Nachhaltigkeit
    • moderne Grabgestaltung
    • Wasserspielplatz und einen urbanen Teich
    • die immer gleichen Verkaufsstände
    • und das wie immer sehr einfallslose Catering

    Mir haben die Schaugärten der Gartenbaubetriebe und Gärtnereien sehr gut gefallen. Der Garten der Staudengärtnerei Haid aus Ingolstadt war mein Favorit. Sie haben dort gezeigt, dass nachhaltiges Gärtner nicht heissen muss, den Garten verwildern zu lassen. Sehr schöne Staudenbeete und Dekorationen aus recycelten Materialien, wie dieser Tisch:

    Ein Pflanzentisch

    Ansonsten gab es nur wenig dekorative Bepflanzungen, sondern nur Wildblumenwiesen so weit das Auge reichte. Ja, ich weiss, dass wir alle nachhaltige, insektenfreundliche und Klimawandel taugliche Gärten anlegen sollen, aber dafür brauche ich nicht einen Eintritt von EUR 18,50  verlangen. Nach knapp 2 Stunden hatte ich alles abgelaufen und bis auf die besagten Schaugärten nichts Neues gesehen. Aber erstens bin ich wahrscheinlich nicht die klassische Besucherin und zweitens habe ich einfach schon zu viele Gartenschauen gesehen. Deshalb ist jetzt auch Schluss damit. Dieses Jahr fahre ich noch zur Bundesgartenschau nach Erfurt, aber um die Landesgartenschauen mache ich in Zukunft einen grossen Bogen. Ich möchte aber keinen abhalten sich mal die eine oder andere anzuschauen. Hier der Link zu Ingolstadt https://ingolstadt2020.de. Und zu meinem Favoriten, die Staudengärtnerei Haid: https://www.stauden-haid.de

     

  • Kategorien,  Zeitschriften, Bücher und Fernsehberichte

    Sind die Jahreszeiten noch gültig?

    Bereits Karl Förster hat Anfang des 19. Jahrhunderts beobachtet, dass wir nicht 4 Jahreszeiten – Winter – Frühling – Sommer – Herbst, haben, sondern 7. Mittlerweile geht die moderne Phänologie von 10 Jahreszeiten aus, z. B. in Vor-Frühling, Erstfrühling und Vollfrühling. Diese Jahreszeiten werden anhand von Zeigerpflanzen bestimmt. Die Zeigerpflanzen sind nur für eine bestimmte Region anzuwenden. Auch sind die Jahreszeiten weniger oder gar nicht mehr ausgeprägt, je näher man dem Äquator kommt. Was bringt uns nun diese weitere Unterteilung der Jahreszeiten? Sie hilft uns, z. B. das Ende des Winters zu bestimmen und wir können dann gewisse Arbeiten im Garten vornehmen. Wir können anhand der Zeigerpflanzen beobachten, ob wir es wirklich mit Klimawandel oder nur mit Wetter zu tun haben. Der deutsche Wetterdienst hat Naturbeobachtungsgruppen, die genau das dokumentieren. Ich habe zum Beispiel beobachtet, dass Blühzeiten früher starten, als vor Jahren und die Dauer der Blühzeiten sich verkürzen. Die schöne Felsenbirne blüht bei mir im Garten statt 4 Wochen nur noch eine Woche, weil es zu schnell warm wird. Auch sind die Früchte nicht mehr im August reif, sondern Ende Juli ist sie schon leer gefressen, die Amseln waren schneller als ich. 

    Wir (Kathi Pflug, Jasmin Köchl) haben dieses Thema in einem Kalender verarbeitet, der sowohl Fotos der  Zeigerpflanzen beinhaltet, als auch kleine Porträts der Pflanzen. Auch ist der Kalender “zeitlos”, man kann ihn über mehrere Jahre für Aufzeichnungen benutzen. Kleines Problem an dem Kalender, noch haben wir keinen Verlag gefunden.  Ein kleiner Vorgeschmack auf den Kalender findet Ihr auf Instagram:

    https://www.instagram.com/p/B_R0uqUlzS3/

     

  • Gartenprojekt,  Kategorien

    Gartenprojekt 2024 vollendet?

    So langsam kommt mein Garten zur Vollendung. Natürlich ist er niemals fertig, es müssen immer mal Bereiche geändert werden, weil z. B. die Pflanzen für den Standort nicht geeignet sind. Aber dieser Sommer, der bisher nicht heiss war und immer mal Regen geboten hat, hat gezeigt, dass wirklich keine freie Erde mehr zu sehen ist, d. h. ich kann nichts mehr einpflanzen. Es sind manche Pflanzen jetzt im dritten Jahr am Standort, andere, wie das Präriebeet erst im ersten Jahr, aber trotzdem ist alles üppig gewachsen. Vielleicht habt Ihr mal Lust die alten Einträge vom letzten Jahr anzuschauen, wie winzig die Pflanzen waren und heute ist alles Hüfthoch! Ich werde mich jetzt auf die Pflege konzentrieren und bin sehr gespannt, wie die Pflanzen den Klimawandel mitgehen.

    Aber keine Angst, es wird mir nicht langweilig. Ich arbeite derzeit an drei Buchprojekten und dann würde ich auch gerne dem Blog noch ein neues Gesicht geben. Lasst Euch überraschen, was noch kommt!

    PS: Auf Instagram habe ich gestern meinen #offenergartenvirtuell gepostet!

  • Kategorien,  Pflanzen

    Das Phänomen Eisheilige

    Mehr oder wenig pünktlich kommen die Eisheiligen Mitte Mai und bringen uns Gärtner zum zittern, vor Kälte und vor Sorge. Wird es Bodenfrost geben? Was ist mit den Obstblüten, nehmen sie Schaden? Jeder in unseren Breiten kennt die alte Weisheit, die Balkonblumen erst nach den Eisheiligen zu pflanzen. Wenn man, wie ich letztes Jahr, zu ungeduldig ist, verliert man schon mal die neue Bepflanzung auf dem Hochbeet. Aber warum sind denn trotz Klimawandel die Eisheiligen immer noch eine Konstante? Die Meteorologen können das zwar besser erklären, wie ich, aber ich versuche es mal. Durch den Temperaturunterschied des europäischen Festlands, das sich im Mai schon recht hoch ist, und des kälteren Meeres, entstehen Tiefdruckgebiete. Diese verschieben die warme Luft nach Norden, dadurch kann die eiskalte Luft aus den Polargebieten zu uns geschoben werden. Diese kalte Luft bringt uns dann den gefürchteten Nachtfrost.

    Mehr dazu findet Ihr bei den Wetterfröschen:

    https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?lv2=100652&lv3=100706

  • Zeitschriften, Bücher und Fernsehberichte

    Der Wald – ein Nachruf

    Von Peter Wohlleben

    Ich bin entsetzt! Peter Wohlleben stellt in seinem Buch mein und wahrscheinlich auch Eurer Verständnis von ökologische Waldbewirtschaftung und den erneuerbaren Energien auf den Kopf. Er räumt z. B. damit auf, dass es CO2 neutral ist, mit Holz zu heizen. Ja, es stimmt zwar, dass der Baum bei der Verbrennung nur das CO2 wieder freisetzt, dass er in seinem Leben gespeichert hat, aber es gibt einen zweiten CO2 Speicher. In Boden wird ebenfalls CO2 gespeichert, dieser entweicht aber, wenn man einen Baum fällt. Es kommt Licht auf den Boden und dadurch können Bakterien und Pilze den Kohlenstoff im Boden wieder abbauen und er entweicht in die Atmosphäre. Die Studie darüber ist von E.-D. Schulze von 2009 und trägt den Titel CarboEurope-IP, falls jemand sie lesen möchte.

    Den zweiten Aspekt, den Peter in seinem Buch dargelegt hat, sind die erneuerbaren Energie. Er beschreibt den Schaden, der im Wald entsteht, wenn z. B. Windkraftanlagen aufgestellt werden. Oder wie groß der Flächenverbrauch ist für den Anbau von Mais für die Biogasanlagen.

    Und jetzt? Was machen wir nun? Bei aller Traurigkeit, die das Buch vermittelt, gibt es doch Hoffnung. Wir können viel richtig machen, indem wir nicht immer höherem Verbrauch generieren, sondern auf Einsparung von Energie setzen. Wir können uns auf die Dinge konzentrieren, die wir wirklich möchten und brauchen und nicht jeden neuen Trend mitmachen. Das spart auch Energie und unser Geld.

    Ein sehr nachdenklich machendes Buch, dass ich aber sehr empfehlen kann.

    Es ist im Ludwig Verlag erschienen mit der ISBN Nr. 978-3-453-28041-0.